Bericht über den 2. Fachtag des AK Vermittlung

2. Fachtag Vermittlung im Museum

Veranstalter Arbeitskreis „Vermittlung“ im Museumsverband M-V e. V.

Thema „Schule im Museum“

Im Kulturhistorischen Museum Rostock trafen sich am 21. Januar 2019 ungefähr 50 Teilnehmende, um über Fragen der Zusammenarbeit zwischen Schule und Museum zu debattieren. Die Grußworte von Mathias Rautenberg (Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur M-V) und Dr. Kathrin Möller (Museumsverband M-V) betonten die Bedeutung der Museen für die kulturelle Bildung. Darin spielt die Kooperation zwischen Schulen und Museen eine wichtige Rolle, die es aber dringend weiterzuentwickeln gilt. M. Rautenberg forderte die Vertreter*innen der Museen auf, sich stärker in die aktuelle Debatte um die Perspektiven der kulturellen Bildung in M-V einzubringen. Frau Dr. Möller verwies darauf, das Gespräch zwischen Schulen und Museen zu verstetigen und die institutionellen Rahmenbedingungen für die Kooperationen zu verbessern.

Prof. Oliver Plessow (Universität Rostock) sprach im ersten Impulsbeitrag über „Museen in der Lehrerausbildung“. Aus der Sicht der Museen ist die Schule ein zentraler Kooperationspartner, aus Sicht der Schule ist das Museum ein außerschulischer Lernort unter vielen anderen. Mit dieser Feststellung orientierte er seine Ausführungen an der schulischen Praxis, wo ganz unterschiedliche Erwartungen aufeinanderprallen und gab dennoch einige grundsätzliche Orientierungen für das Verhältnis zwischen beiden Bildungseinrichtungen. Er verwies auf die besondere Bedeutung von Objekten für das Lernen im Museum, auch für die Lernprozesse im Museum. Er forderte, Lernprozesse im Museum genauer unter die Lupe zu nehmen, um ihren Beitrag zum schulischen Lernen besser aufzuzeigen. In dem Zusammenspiel von Museum und Schule spielen die schulpraktischen Fragestellungen (Zeit, Finanzierung, Unterrichtsorganisation) eine zentrale Rolle. Diese standen in der anschließenden lebhaften Diskussion im Mittelpunkt: Fragen nach der Verankerung von Museumsbesuchen im Schulalltag, Finanzierung, Aufnahme in die Lehrpläne. Es gibt die Möglichkeit Veranstaltungen zur schulinternen Lehrerfortbildung über das IQ M-V zu finanzieren, um Lehrer*innen auf die musealen Angebote aufmerksam zu machen. Auch Fragen nach der Verankerung des Museumsprofils in den Lehrplänen sowie die Evaluation von Museumsbesuchen wurden angeschnitten.

Der zweite Impulsbeitrag kam von Andreas Weinhold. Er ist Mitarbeiter beim Bildungspartner NRW, einem landesweiten Modell und Netzwerk für die Kooperation von Schule und außerschulischen Lernorten, das es seit 2005 gibt. Über 1.300 Schulen und 350 außerschulische Partner beteiligen sich an dem Netzwerk, das konkrete Angebote zur Unterstützung der Zusammenarbeit unterbreitet: Fachveranstaltungen, Planungshilfen, Beratungsangebote, Öffentlichkeitsarbeit und ein landesweiter Wettbewerb. Ausgangspunkt für die Einrichtung des Netzwerkes waren solche Fragen: Wie kann man verlässliche Absprachen zwischen den Partnern treffen, wie entstehen passgenaue Angebote für die Schulen und wie werden beständige Kooperationen herausgebildet? Dieses Beispiel aus NRW bewerteten die Teilnehmenden des Fachtages sehr positiv. Hier ist eine Struktur geschaffen worden, die sehr praktisch und ergebnisorientiert arbeitet. (Weitere Informationen: www.bildungspartner.schulministerium.nrw.de )

Der Markt der Möglichkeiten gab die Möglichkeit zur Vorstellung sehr unterschiedlicher Praxiserfahrungen in der Zusammenarbeit zwischen Museen und Schulen. Ulrich Klein und Andrea Steltner vom Kulturhistorischen Museum Rostock stellten pädagogische Angebote und Erfahrungen zur Ausstellung anlässlich des Stadtjubiläums und das Projekt „Wie die Kröten in unseren Geldbeuten kommen“ vor. Thomas Fehling von der Fachstelle Kulturelle Bildung M-V sprach über die Angebote der Fachstelle und vor allem über den Online-Atlas, wo Angebote zur kulturellen Bildung landesweit erfasst werden. Christian Pauli vom Salzmuseum Bad Sülze gab einen engagierten Überblick zur Entwicklung der museumspädagogischen Arbeit im Museum und stellte Kooperationen mit Schulen vor. Andreas Wagner vom GRENZHUS Schlagsdorf informierte über das Projekt „Grenzen überwinden“, das seit 10 Jahren gemeinsam mit der Werkstattschule Rostock zur Geschichte der innerdeutschen Grenze durchgeführt wird. Sven Brümmel (HTM Peenemünde) informierte über das museumspädagogische Angebot und einige Grundsätze der Vermittlungsarbeit im HTM Peenemünde vor.

Nach der Mittagspause ging es in drei Workshops. Im ersten, zahlreich besuchten Workshop ging es um die Möglichkeiten einer erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Schulen und Museen. Er wurde von Frau Birgit Kerpa (Institut für Qualitätsentwicklung M-V) geleitet. Hier wurden praktische Informationen zur Organisation und Finanzierung von Lehrerfortbildungen vermittelt. Außerdem wurde über die Finanzierung von Museumsbesuchen für Schüler*innen und die kulturpolitischen Rahmenbedingungen im Bundesland debattiert. Der zweite Workshop war einem Spektrum von Methoden für die Vermittlungsarbeit im Museum gewidmet. Er wurde von Birgit Baumgart (Staatliche Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen M-V) geleitet, die ihren Methodenkoffer mit Ideen für den Einstieg, die Erarbeitungsphase und die Ergebnissicherung öffnete. Dabei entstand ein lebendiger Austausch über Arbeitserfahrungen und -anforderungen beim Arbeiten mit Schüler*innen im Museum. Der dritte Workshop umfasste ein theaterpädagogisches Angebot. Nele Tippelmann (Mecklenburgisches Staatstheater) erprobte mit den Teilnehmenden Körper, Stimme und Raumerfahrungen. Dabei ging es um Ideen, wie Schüler*innen durch die Nutzung von Bewegungen und Sinnen in einer Ausstellung aus der Reserve gelockt werden können und wie eine Ausstellung spielerisch erkundet werden kann.

Ein großer Dank an das Kulturhistorische Museum Rostock, wo wir einen spannenden und intensiven Fachtag unter sehr guten Arbeitsbedingungen durchführen konnten.